Kurz und einfach erklärt
Handwerker schreiben ihre Angebote mit einer eigenen Software. Das Material bestellen viele von ihnen beim Großhändler.
IDS Connect ist eine feste Regel für diesen Weg. Damit öffnet der Handwerker den Shop des Großhändlers direkt aus seiner Software.
Im Shop sucht er Artikel und sieht seinen Preis. Dann geht der Warenkorb zurück in seine Software.
Dabei darf keine Zeile fehlen. Die Nummern des Handwerkers bleiben gleich.
Wir bauen diese Verbindung für Shops mit Shopware. Preise und Lager kommen aus dem Programm des Großhändlers.
Ein Heizungsbauer kalkuliert ein Angebot für eine Badsanierung. Die Positionen stehen in seiner Handwerkssoftware, die Artikel liegen beim Großhändler, und die Preise können sich ändern, während das Angebot noch offen ist. Wer zwischen beiden Welten Artikelnummern abtippt, verliert Zeit und riskiert Fehlbestellungen. IDS Connect schließt diese Lücke: Die Schnittstelle verknüpft die Handwerkssoftware mit dem Online-Shop des Großhandels, um Artikel zu recherchieren und Warenkörbe auszutauschen (ITEK). Für Großhändler mit eigenem Shop ist das keine Kür, denn Handwerkskunden, die ihre Angebote in der Handwerkssoftware schreiben, wollen den Shop ihres Lieferanten von dort aus erreichen. Dieser Beitrag erklärt, wie Anmeldung, Artikelsuche, Warenkorb-Rückgabe und Artikel-Deep-Link technisch ablaufen, welche Felder dabei unantastbar sind, wie Preise und Bestellungen zurückfließen und wie wir den Standard in einem Shopware-Shop umsetzen.
Das Wichtigste in Kürze
- IDS Connect verknüpft Handwerkssoftware und Großhandelsshop für Artikelsuche und Warenkorbaustausch; aktuell gültig ist Version 2.5, abwärtskompatibel zu 2.0 und 2.3 (ITEK).
- Der Shop muss jede Position eines übergebenen Warenkorbs anzeigen, auch nicht geführte Artikel, und die Positionsnummer des Handwerkers mit bis zu 35 Zeichen unverändert zurückgeben (IDS-Schnittstellenbeschreibung).
- Die Anmeldung läuft mit Kundennummer, Benutzername und Passwort per POST-Formular. Der Standard lässt noch HTTP zu; wir nehmen Aufrufe nur verschlüsselt an, bevorzugt mit TLS 1.3 (BSI).
- Der Artikel-Deep-Link öffnet zu einer Großhandelsartikelnummer eine Shopseite mit aktuellem Preis und Verfügbarkeit. Beides muss nach der automatischen Anmeldung kundenindividuell aus dem ERP kommen.
- Meldet der Shop die Bestellung an die Handwerkssoftware zurück, kann der Betrieb Lieferung und Rechnung gegen seine Bestellnummer prüfen; in der E-Rechnung gehört sie in das Feld BT-13 (OpenPeppol).
- Shopware bringt IDS Connect nicht im Standardumfang mit. Wir bauen ein Plugin mit Einstiegspunkt, XML-Prüfung gegen die Schemas des Standards, Rückgabe an die Hook-URL und Eintrag im Connect-Verzeichnis.
Was IDS Connect ist und wer den Standard pflegt
IDS steht für Integrierte Daten-Schnittstelle (ITEK). Entwickelt hat sie die ITEK GmbH für drei Verbände: den BVBS (Bundesverband Software und Digitalisierung im Bauwesen), den DG Haustechnik als Verband des Haustechnik-Großhandels und den ZVSHK als Zentralverband des Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerks. Ein Arbeitskreis aus Experten dieser Verbände entwickelt die Schnittstelle laufend weiter (ITEK). IDS Connect ist damit kein Produkt eines einzelnen Anbieters, sondern ein Branchenstandard, an dem sich Handwerkssoftware und Großhandelsshops gleichermaßen ausrichten.
Technisch unterscheidet sich IDS Connect von klassischen Webservices. Die Schnittstellenbeschreibung nennt im Kern zwei Funktionen: das Senden von Daten und Anweisungen vom Handwerker an den Webshop und das Empfangen von Daten und Anweisungen aus dem Webshop zurück an den Handwerker (IDS-Schnittstellenbeschreibung). Dazwischen steht der Shop des Großhändlers als Blackbox, in der sich der Anwender frei bewegt. Die Kommunikation gilt deshalb als halbautomatisch: Jede Aktion geht vom Handwerker aus, er sieht den Shop in einem Browserfenster, sucht, tauscht Artikel und schickt das Ergebnis zurück. Für den Großhändler hat das einen Vorteil, den eine reine Datenleitung nicht bietet. Sein Shop bleibt mit Gestaltung, Sortiment und Preislogik sichtbar, denn der Standard soll ausdrücklich Rücksicht auf die optische und inhaltliche Präsentation des Großhandels nehmen.
Aktuell gültig ist Version 2.5, die mit den im Markt ebenfalls verwendeten Versionen 2.0 und 2.3 abwärtskompatibel ist (ITEK). Mit Version 2.3 kamen Anfragen zu den Logininformationen und zur Schnittstellenversion hinzu (ITEK), außerdem ein Target-Parameter für die Rückgabe des Warenkorbs und zusätzliche Fehlercodes. Mit Version 2.5 wurde die Recherche von Artikeln aus der Handwerkssoftware heraus möglich (ITEK). Die Schnittstellenbeschreibung zur Version 2.5 trägt den Stand vom 2. November 2020 (IDS-Schnittstellenbeschreibung). Der Standard ist also seit Jahren stabil, und das macht ihn für Großhändler planbar: Wer heute umsetzt, baut auf einer Fassung auf, die die Softwarehäuser kennen.
Warum der Großhandel die Schnittstelle braucht
Der Haustechnik-Großhandel lebt vom Handwerk. Die 54 Mitgliedsunternehmen des DG Haustechnik erwirtschaften gemeinsam einen Jahresumsatz von rund 20 Milliarden Euro (DG Haustechnik) und sind mit über 1.900 Betriebsstätten nah an rund 50.000 Fachhandwerkskunden (DG Haustechnik). Auf der anderen Seite stehen im SHK-Handwerk etwa 48.000 Betriebe mit 390.000 Beschäftigten und einem Branchenumsatz von rund 59,1 Milliarden Euro im Jahr 2025 (ZVSHK). Zwischen beiden liegt ein Sortiment, das niemand im Kopf hat: Über neun Millionen Artikel sind im Zugriff, mehr als 40.000 davon liegen im Durchschnitt pro Standort auf Lager (DG Haustechnik). Wie solche Mengen überhaupt in einen Shop kommen, beschreibt unser Beitrag zum Massenimport über die Sync-API.
Für den Handwerksbetrieb entsteht der Bedarf an einem Ort: in der Handwerkssoftware, in der er Angebote, Aufträge und Rechnungen schreibt. In einer repräsentativen Befragung von 504 Handwerksunternehmen ab einem Beschäftigten im Jahr 2025 gaben 68 Prozent an, Angebote digital zu versenden, und 62 Prozent versenden ihre Rechnungen digital (Bitkom). Dieselbe Befragung nennt hohe Materialkosten bei 59 Prozent der Betriebe als Herausforderung, und 75 Prozent beklagen einen Fachkräftemangel (Bitkom). Wer unter diesen Bedingungen ein Angebot kalkuliert, braucht aktuelle Einkaufspreise ohne Umweg und hat keine Zeit, Artikelnummern aus einem Fenster in ein anderes zu übertragen.
Die Schnittstellenbeschreibung formuliert den Nutzen für beide Seiten nüchtern. Für die Handwerkssoftware ist wichtig, dass alle Webshops der Großhändler auf identische Weise angesteuert werden können, und der Großhandel kann mit einer Standardsoftware Daten mit vielen Kunden austauschen (IDS-Schnittstellenbeschreibung). Damit eine Handwerkssoftware einen Shop überhaupt findet, gibt es die Verzeichnisdienste SHK Connect und Open Connect. Sie enthalten Adressen und Versionen der angebotenen Schnittstellen, und Großhändler sollten ihre Schnittstellen dort eintragen (ITEK). Ein Shop ohne IDS-Zugang und ohne Verzeichniseintrag ist aus der Handwerkssoftware heraus nicht erreichbar, auch wenn er im Browser gut funktioniert. Wie wir Großhändler bei der gesamten Anbindung begleiten, steht auf unserer Seite zur ERP-Integration für den Großhandel.
Die Aktionen der Schnittstelle im Überblick
Welche Funktion der Shop ausführen soll, legt ein Aktionscode im Parameter action fest. Die Parameterdefinition der Version 2.5 nennt sieben solcher Codes (IDS-Schnittstellenbeschreibung). Nicht jeder Großhandelsshop muss alle anbieten: Der Funktionsumfang kann zwischen den Großhandelssystemen abweichen, und die Handwerkssoftware kann ihn über eine in der Schnittstelle definierte Abfrage feststellen (IDS-Schnittstellenbeschreibung). Die folgende Tabelle zeigt, was hinter den Codes steckt und welche Aufgabe jeweils beim Shop liegt.
| Code | Aktion | Richtung | Aufgabe des Shops |
|---|---|---|---|
| WKS | Warenkorb senden | Handwerkssoftware an Shop | Warenkorb aus dem Parameter warenkorb einlesen, gegen das Schema prüfen, alle Positionen anzeigen |
| WKE | Warenkorb empfangen | Shop an Handwerkssoftware | Shop öffnen, Einkauf zulassen, Warenkorb als Formular an die Hook-URL senden |
| AS | Artikelsuche | Handwerkssoftware an Shop | Suchbegriff aus searchterm an die eigene Suche geben, ausgewählte Artikel zurückgeben |
| ADL | Artikel-Deep-Link | Handwerkssoftware an Shop | Artikelseite zur Großhandelsnummer aus ghnummer anzeigen, mit Preis und Verfügbarkeit |
| LI | Logininformationen | Abfrage an den Shop | per XML melden, ob Kundennummer, Benutzername und Passwort erforderlich sind |
| SV | Schnittstellenversion | Abfrage an den Shop | per XML die unterstützten Versionen melden |
| HLS | Heatinglabel senden | Handwerkssoftware an Plattform | Artikelliste für die Berechnung eines ErP-Labels annehmen, richtet sich an Rechenplattformen statt an den Warenkorb |
Für einen Großhandelsshop bilden WKS, WKE, AS und ADL den Kern. LI und SV sind kleine Antworten, die aber über den ersten Eindruck entscheiden. Die Abfrage der Schnittstellenversion erwartet eine XML-Liste, deren erlaubte Werte von 1.3 bis 2.5 reichen (IDS-Schnittstellenbeschreibung). Meldet der Shop dort nur die Versionen, die er tatsächlich beherrscht, wählt die Handwerkssoftware die passende. Die Aktion HLS übergibt eine Artikelliste an eine Plattform, die das ErP-Label einer Heizungsverbundanlage berechnet. Wer Wärmeerzeuger verkauft, braucht die Daten dafür ohnehin sauber gepflegt, wie wir im Beitrag zu Energielabel und Produktdatenblatt aus dem ERP beschreiben.
Anmeldung: ohne zweites Passwort in den Shop
Jeder Aufruf beginnt mit einer automatischen Anmeldung. Die Handwerkssoftware öffnet den Shop in einem Browserfenster und überträgt Kundennummer, Benutzername und Passwort in den Parametern kndnr, name_kunde und pw_kunde, jeweils mit bis zu 50 Zeichen (IDS-Schnittstellenbeschreibung). Gemeint sind die Zugangsdaten, die der Kunde im Shop ohnehin verwendet. Übertragen wird per POST mit dem Formulartyp multipart/form-data; die GET-Variante unterstützt der Standard wegen der zu geringen Parameterlänge nicht. Mit der Anfrage kommt die Hook-URL, also die Rücksprungadresse der Handwerkssoftware, mit bis zu 256 Zeichen (IDS-Schnittstellenbeschreibung).
Für den Shop heißt das: Er braucht einen eigenen Einstiegspunkt, der POST-Anfragen von außen annimmt, die Zugangsdaten gegen das Kundenkonto prüft, eine Sitzung eröffnet und die Aufrufparameter für den ganzen Vorgang festhält. Schlägt die Anmeldung fehl, zeigt der Shop den Fehler im Browserfenster. Erlaubt er eine manuelle Anmeldung, müssen die Parameter aus der Handwerkssoftware erhalten bleiben, damit der Vorgang trotzdem zurückfindet (IDS-Schnittstellenbeschreibung). Bei Firmenkunden mit mehreren Mitarbeitern im Shop zählt die Zuordnung: Kundennummer und Benutzername müssen auf genau den Zugang zeigen, dessen Preise, Lieferadressen und Freigaben gelten. Wie sich Zugänge zu Schnittstellen grundsätzlich absichern lassen, beschreibt unser Beitrag zu OAuth 2.0 und Token-Sicherheit.
HTTP gehört nicht in den Betrieb
Der Warenkorb hin und zurück
Die Aktion WKS bringt einen Warenkorb aus der Handwerkssoftware in den Shop, etwa die Materialliste eines Angebots. Die Daten stehen als XML im Parameter warenkorb und müssen dem Schema Warenkorb_senden.xsd entsprechen; je Anfrage kann nur ein Warenkorb übermittelt werden. Die Datenstruktur lehnt sich an die Schnittstelle GAEB XML in Version 3.1 an, ergänzt um Inhalte, die dort fehlen (IDS-Schnittstellenbeschreibung). Für den Shop sind drei Regeln aus der Schnittstellenbeschreibung entscheidend:
- Keine Position darf verschluckt werden. Artikel, die der Großhändler nicht führt, bleiben im Warenkorb sichtbar oder lösen eine Fehlermeldung aus, damit der Handwerker merkt, was er nicht bestellen kann.
- Positionsnummern bleiben erhalten. Die Positionsnummer des Handwerkers mit bis zu 35 Zeichen darf im Großhandelssystem weder verändert noch gelöscht werden (IDS-Schnittstellenbeschreibung).
- Der Bezug zu Belegen bleibt bestehen. Über die Angebotsnummer des Großhändlers kann ein Warenkorb auf ein bestehendes Angebot oder einen Abrufauftrag verweisen, sofern dieses noch gültig ist.
Zwei weitere Funktionen empfiehlt die Schnittstellenbeschreibung, und im Alltag machen sie den Unterschied. Eine Tauschfunktion erlaubt es, einen nicht geführten oder beliebigen Artikel unter Beibehaltung der Positionsnummer gegen einen anderen zu tauschen. Und eine gut erkennbare Möglichkeit, alle Änderungen zu verwerfen, verhindert, dass ungewollte Daten an die Handwerkssoftware zurückgehen (IDS-Schnittstellenbeschreibung). Für Großhändler mit Rahmenverträgen ist der Verweis auf die Angebotsnummer besonders wertvoll, wie unser Beitrag zu Rahmenverträgen und Kontraktabrufen zeigt.
Der Rückweg ist bei WKS und WKE gleich gebaut. Der Shop schickt den Warenkorb als Formular an die Hook-URL, ausdrücklich analog zur OCI-Schnittstelle, und das XML muss dem Schema Warenkorb_empfangen.xsd entsprechen (IDS-Schnittstellenbeschreibung). Ein Rückgabekennzeichen unterscheidet die reine Warenkorbrückgabe von der Rückgabe mit Bestellung. Danach aktualisiert der Shop das Target, das die Handwerkssoftware überwacht, und das Browserfenster wird geschlossen; fehlt die Angabe, gilt TOP als Target. Wer die Mechanik aus Beschaffungssystemen kennt, findet im Beitrag zum OCI-Punchout die Verwandtschaft wieder. Der Unterschied liegt im Gegenüber, denn hier sitzt die Handwerkssoftware statt eines Einkaufssystems am anderen Ende.
Artikelsuche und Artikel-Deep-Link
Seit Version 2.5 kann die Handwerkssoftware die Suche im Großhandelsshop direkt aufrufen (ITEK). Der Suchbegriff steht im Parameter searchterm, mehrere Begriffe werden durch Leerzeichen getrennt, und die Suche läuft nach der Logik des empfangenden Systems, die der Aufruf nicht beeinflusst (IDS-Schnittstellenbeschreibung). Das klingt nach einer Nebensache und ist das Gegenteil: Was die Shopsuche nicht findet, findet der Handwerker auch aus seiner Software nicht. Herstellernummern, Kundenartikelnummern, Synonyme aus dem Baustellenalltag und eine Toleranz für Tippfehler entscheiden mit darüber, ob die Suche genutzt wird. Wie Fremdnummern in den Suchindex kommen, beschreiben wir im Beitrag zu Kundenartikelnummern im B2B-Shop. Die ausgewählten Artikel gehen auf demselben Weg wie bei WKE an die Hook-URL zurück.
Der Artikel-Deep-Link ist die schnellste Aktion. Die Handwerkssoftware übergibt die Großhandelsartikelnummer im Parameter ghnummer, und als Antwort zeigt der Shop eine Seite mit den Artikeldaten (IDS-Schnittstellenbeschreibung). Über diese Funktion ist eine direkte Einsicht in aktuelle Preise und die Verfügbarkeit von Artikeln möglich (ITEK). Genau hier zeigt sich, ob Shop und ERP zusammenarbeiten. Nach der automatischen Anmeldung muss der Kunde seinen Einkaufspreis sehen, nicht den Listenpreis, und die Verfügbarkeit muss den Bestand des Lagers abbilden, aus dem er beliefert wird. Wie kundenindividuelle Preise schnell und konsistent in den Shop kommen, steht im Beitrag zur Preissynchronisation im B2B, die Grundlagen der Bestandsübergabe auf unserer Seite zur Warenwirtschaftsanbindung.
Preise, Mengen und Zuschläge im Datensatz
Was im Warenkorb zurückgeht, ist mehr als Artikelnummer und Menge. Die Artikelnummer des Lieferanten ist ein Pflichtfeld mit höchstens 15 Zeichen, Menge und Mengeneinheit sind ebenfalls Pflicht (IDS-Schnittstellenbeschreibung). Großhändler mit längeren internen Nummern brauchen deshalb eine Zuordnung, bevor der erste Warenkorb das Haus verlässt. Die übrigen Felder der Position sind Kann-Angaben, und seit Version 2.5 gilt das auch für die Preisangaben in der Übertragung zur Handwerkssoftware (IDS-Schnittstellenbeschreibung). Ob ein Shop Preise mitschickt, ist damit eine Entscheidung, die mit den Handwerkskunden und ihren Softwarehäusern abgestimmt werden sollte. Wer sie mitschickt, sollte sie vollständig schicken:
Angebotspreis und Nettopreis
Der Angebotspreis trägt den Brutto- oder Listenpreis, der Nettopreis den Einkaufspreis des Kunden mit Rabatten und Rohstoffanteilen, bezogen auf Anfragemenge und Mengeneinheit.
Preisbasis und Mengeneinheit
Die Preisbasis sagt, auf wie viele Einheiten sich der Preis bezieht. Die Mengeneinheit stammt aus einer festen Codeliste, etwa PCE für Stück oder MTR für Meter.
Zuschläge und Rohstoffanteile
Rabatte gehen als negative Zuschläge über. Für NE-Metalle wie Kupfer kann die Position Rohstoff, Gewichtsanteil und die DEL-Notierung tragen, mit der der Nettopreis berechnet wurde.
Hinweise und Fehler je Position
Wichtige Hinweise müssen dem Nutzer angezeigt werden. Fehlercode und Fehlertext erklären, warum eine Position nicht übernommen wurde; ein eigenes Kennzeichen markiert diverse Artikel.
Alle diese Felder stammen aus der Warenkorbstruktur der Schnittstellenbeschreibung (IDS-Schnittstellenbeschreibung). Ihre Werte gehören ins ERP und nicht in eine zweite Preislogik im Shop: Rohstoffzuschläge, Staffeln und Sonderkonditionen rechnet das ERP, der Shop zeigt und überträgt sie. Für die Fehlercodes gibt der Standard nur den Code 1 für einen allgemeinen Fehler vor und lässt weitere Codes frei zu (IDS-Schnittstellenbeschreibung). Wir legen deshalb mit dem Großhändler eine eigene, dokumentierte Liste fest, etwa für gesperrte, ausgelaufene oder nur in Gebinden lieferbare Artikel. Wie Gebinde und Einheiten zwischen ERP und Shop umgerechnet werden, zeigt der Beitrag zu Mengeneinheiten und Gebinden.
Bestellung zurückmelden, Rechnung prüfbar machen
Bestellt der Handwerker im Shop, endet der Vorgang nicht mit der Auftragsbestätigung. Die Schnittstellenbeschreibung hält fest, dass es für einige Handwerkerprogramme wichtig ist, dass die Bestellung zusätzlich in das Handwerkersystem zurückkommt. Wer dort eine Bestellüberwachung und eine darauf basierende Rechnungsprüfung nutzt, braucht die Rückgabe zwingend (IDS-Schnittstellenbeschreibung). Dafür trägt der Warenkorb die Bestellnummer aus der Handwerkssoftware und die Auftragsbestätigungsnummer aus dem Großhandelssystem, jeweils mit bis zu 15 Zeichen (IDS-Schnittstellenbeschreibung). Im Shop entsteht die Bestellung wie jede andere, wird an das ERP übergeben und zusätzlich mit dem Kennzeichen für die Rückgabe mit Bestellung an die Hook-URL gemeldet.
Spätestens bei der Rechnung schließt sich der Kreis. Für inländische Umsätze zwischen Unternehmen ab dem 1. Januar 2027 gilt die Übergangsregel für Rechnungen auf Papier oder in einem sonstigen elektronischen Format nur noch, wenn der Gesamtumsatz des ausstellenden Unternehmens im Vorjahr nicht mehr als 800.000 Euro betragen hat (Umsatzsteuergesetz). Daneben ist 2027 nur noch der Austausch per EDI ausgenommen, und am 31. Dezember 2027 enden beide Übergangsregeln. Ein Großhändler oberhalb dieser Grenze, der nicht per EDI abrechnet, stellt seinen Handwerkskunden also strukturierte E-Rechnungen aus, abgesehen von Ausnahmen wie Rechnungen über Kleinbeträge. Damit die Handwerkssoftware eine Rechnung automatisch der Bestellung zuordnen kann, gehört die Bestellnummer des Handwerkers in die Bestellreferenz, in der Peppol-Spezifikation das Feld mit dem Geschäftsbegriff BT-13 für die vom Käufer vergebene Kennung (OpenPeppol). Wer diese Nummer schon im IDS-Warenkorb sauber übernimmt, ins ERP schreibt und auf der Rechnung wieder ausgibt, macht die Rechnungsprüfung beim Kunden zum Abgleich statt zur Suche. Mehr dazu auf unserer Seite zur E-Rechnung und im Beitrag zur Frage, ob die Rechnung aus Shop oder ERP kommt.
So setzen wir IDS Connect in Shopware um
Shopware bringt IDS Connect nicht im Standardumfang mit. Wir setzen die Schnittstelle deshalb als eigenes Plugin um, das sich in den bestehenden Shop einfügt und Preise sowie Bestände aus der vorhandenen ERP-Anbindung nutzt. Die Arbeit gehört zu unserer API-Entwicklung und folgt in der Regel diesen Schritten:
Vom ersten Aufruf bis zum Livebetrieb
- 1
Einstiegspunkt und Anmeldung
Eine eigene Route nimmt den POST der Handwerkssoftware an, prüft Kundennummer, Benutzername und Passwort gegen das Kundenkonto und hält Hook-URL, Target und Version für die Sitzung fest.
- 2
Aktionsweiche
Der Aktionscode entscheidet, ob ein Warenkorb eingelesen, die Suche geöffnet, eine Artikelseite angezeigt oder eine XML-Antwort auf LI oder SV geliefert wird.
- 3
Warenkorb einlesen
Das XML wird gegen das Schema geprüft, Positionen werden Artikeln zugeordnet, und die Positionsnummern des Handwerkers wandern unverändert in die Daten der Warenkorbzeile.
- 4
Rückgabe bauen
Aus dem Shopwarenkorb entsteht das XML nach dem Schema für den Empfang, mit Preisen aus dem ERP, Mengeneinheiten aus der Codeliste und Fehlercodes je Position.
- 5
Formular an die Hook-URL
Eine Rückgabeseite sendet das Formular an die Rücksprungadresse, setzt das Rückgabekennzeichen und beendet die IDS-Sitzung sauber.
- 6
Test und Verzeichnis
Tests mit den Beispielwarenkörben des Standards und einem Softwarehaus als Partner, danach der Eintrag der Schnittstelle im Connect-Verzeichnis.
Drei Punkte entscheiden über die Qualität im Betrieb. Erstens die Trennung der Sitzungen: Die Schnittstellenbeschreibung weist darauf hin, dass parallel gestartete Funktionen in einem Shop zu Problemen führen können (IDS-Schnittstellenbeschreibung). Jede IDS-Sitzung bekommt bei uns deshalb einen eigenen Warenkorb, getrennt vom normalen Einkauf desselben Kunden. Zweitens die Tests: Zum Standard gehören XML-Schemas und Beispielwarenkörbe für Empfang und Versand (ITEK), mit denen sich Änderungen automatisch prüfen lassen, bevor sie in den Betrieb gehen. Wie wir solche Prüfstände aufbauen, beschreibt der Beitrag zu Testumgebungen für ERP-Schnittstellen.
Drittens die Beobachtung: Jeder IDS-Aufruf wird mit Aktionscode, Kunde, Zahl der Positionen, Laufzeit und Fehlercodes protokolliert, ohne Passwörter im Protokoll. So sehen wir, ob eine Handwerkssoftware nach einem Update andere Versionen meldet oder ob Positionen beim Einlesen scheitern, oft schon bevor sich ein Kunde meldet. Die Architektur dahinter folgt unserer Middleware, die Shop und ERP ohnehin verbindet, und die Beschreibung der Schnittstelle legen wir so ab, dass sie auch ein späterer Dienstleister versteht.
Abgrenzung zu Datanorm, Open Masterdata und OCI
IDS Connect wird oft in einem Atemzug mit Datanorm und Open Masterdata genannt, löst aber eine andere Aufgabe. Datanorm und Open Masterdata versorgen die Handwerkssoftware mit Stammdaten. Open Masterdata steht für die bedarfsgerechte Datenversorgung mit Produktstammdaten und wurde entwickelt, um veraltete Stammdatenprozesse auf Basis von Datanorm abzulösen; der Standard deckt dabei alle Anwendungsfälle von Datanorm ab, von der Erstausstattung bis zur Preisaktualisierung großer Artikelmengen (ITEK). IDS Connect dagegen bringt den Anwender in den Shop und einen Warenkorb zurück. Beides ergänzt sich: Die Stammdaten sorgen dafür, dass ein Artikel in der Handwerkssoftware bekannt ist, IDS Connect dafür, dass er mit aktuellem Preis bestellt wird. Für Beschaffungssysteme von Industriekunden ist dagegen OCI der passende Weg.
| Verfahren | Zweck | Ausgelöst von | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| IDS Connect | Shop des Großhändlers aus der Handwerkssoftware nutzen | Handwerker, je Vorgang | Warenkorb, Suchergebnis oder Bestellung in der Handwerkssoftware |
| Open Masterdata | Produktstammdaten bei Bedarf liefern | Handwerkssoftware, für einzelne Artikel oder Listen | aktuelle Artikeldaten und Preise in der Handwerkssoftware |
| Datanorm | Stammdaten als Datei übergeben | Großhändler, als Dateilieferung | Artikelstamm für die Kalkulation |
| OCI-Punchout | Shop aus einem Beschaffungssystem nutzen | Einkäufer im Beschaffungssystem | Bestellanforderung im Freigabeprozess des Kunden |
Checkliste für den Projektstart
- Versionen festlegen: Version 2.5 umsetzen und über die Abfrage SV nur melden, was der Shop wirklich beherrscht.
- Zugänge klären: Welche Kundennummer und welcher Benutzer gehören zusammen, und welche Preise und Lieferadressen gelten für diesen Zugang?
- Nummernlängen prüfen: Großhandelsartikelnummern auf das Feldformat des Standards abbilden, Positionsnummern des Handwerkers unverändert durchreichen.
- Preisquelle bestimmen: Nettopreise, Zuschläge und Rohstoffanteile aus dem ERP übernehmen, nicht aus einer zweiten Logik im Shop.
- Nur verschlüsselt arbeiten: Aufrufe über HTTP ablehnen und Passwörter aus jedem Protokoll heraushalten.
- Testpartner gewinnen: ein Softwarehaus einbinden, dessen Handwerkssoftware die Kunden des Großhändlers einsetzen.
- Verzeichnis pflegen: Adresse und Version der Schnittstelle im Connect-Verzeichnis eintragen und bei Änderungen aktualisieren.
- Bestellnummer durchreichen: die Nummer des Handwerkers vom Warenkorb über das ERP bis in die E-Rechnung führen.
Der Shop ist dort, wo der Handwerker arbeitet
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