ERP-Integration, die die Mode-Komplexität meistert
Ein Damenjacken-Modell in acht Farben und sechs Größen ergibt 48 Varianten — mit unterschiedlichen EAN-Nummern, Lagerbeständen und Preisen. Multipliziert über hunderte von Styles, zwei Saisons pro Jahr und mehrere Vertriebskanäle entsteht eine Datenlogistik-Aufgabe, die Standard-Konnektoren regelmäßig überfordern. Wir bauen die Integrations-Architektur, die Ihre Mode-ERP-Daten zuverlässig in den Shop bringt.
50+
Integrationsprojekte (Projekterfahrung)
48+
Varianten je Basis-Artikel (Projekterfahrung)
99.8%
Schnittstellenverfügbarkeit (Projekterfahrung)
2
Saisons synchron halten
Kein anderer Handelsbereich stellt so hohe Anforderungen an das Varianten-Management wie die Modebranche. Jeder Artikel existiert in einer Kombination aus Farbe, Größe und Materialausführung, jede Kombination hat ihre eigene EAN, ihr eigenes Bild, ihren eigenen Bestand und oft ihren eigenen Preis. Hinzu kommen saisonale Kollektionswechsel, bei denen hunderte Artikel gleichzeitig aktiviert oder ausgesteuert werden müssen. Die ERP-Integration in der Modebranche muss diese strukturelle Komplexität beherrschen — nicht trotz ihr arbeiten. Wir entwickeln Schnittstellen, die Ihr Modehandels-ERP und Ihren Online-Shop synchron halten, vom Variantenstamm über Kollektionsdaten bis zum Lagerbestand im Stückgenauen.
Die besonderen Herausforderungen der Mode-ERP-Integration
Im Fashion-Segment unterscheidet sich die Datenstruktur grundlegend von anderen Branchen. Ein Basisartikel, im ERP oft als Modell oder Style bezeichnet, ist keine eigenständige Bestelleinheit. Er ist ein Container für eine Variantenmatrix aus Farbe und Größe. Während ein Werkzeughändler einen Schraubenzieher mit einer EAN und einem Bestand führt, verwaltet ein Modehändler dieselbe Position als 48 einzelne SKUs, von denen jede separat bestellt, geliefert und verkauft wird. Diese Grundstruktur muss die Schnittstelle korrekt abbilden.
Dazu kommen saisonale Zyklen: Frühjahr/Sommer und Herbst/Winter wechseln sich ab, Carry-over-Artikel bleiben über mehrere Saisons, Sale-Phasen aktivieren gestaffelte Preisreduktionen und Pre-Order-Fenster erlauben Bestellungen auf Ware, die noch nicht im Lager ist. Jede dieser Phasen hat eigene Regeln für Sichtbarkeit, Preis und Verfügbarkeit, die aus dem ERP gesteuert und im Shop umgesetzt werden müssen. Hinzu kommen oft mehrere Vertriebskanäle: der eigene Shop, Marketplace-Anbindungen und das stationäre Geschäft müssen denselben Bestand teilen, ohne Überverkäufe zu riskieren.
Variantenmatrix und SKU-Management
Artikel-Hierarchie aus Basisartikel, Farbvariante und Größe wird vollständig aus dem ERP synchronisiert. Jede SKU erhält eigene EAN, Bestandsinformation und, sofern vorhanden, individuellen Preis.
Kollektions- und Saison-Steuerung
Geplante Aktivierung und Deaktivierung ganzer Kollektionen nach Saison-Kalender. Neue Styles erscheinen zum definierten Datum im Shop, Auslaufartikel werden automatisch ausgesteuert.
Echtzeit-Bestandssynchronisation
Stückgenaue Bestandsführung je SKU mit Event-basierter Synchronisation. Reservierungslogik verhindert Überverkäufe, auch wenn dasselbe Produkt gleichzeitig im Shop und im Ladengeschäft verkauft wird.
Saisonale Preislogik und Sale-Steuerung
Reguläre Preise, gestaffelte Sale-Rabatte und Pre-Order-Preise werden aus dem ERP übernommen. Sale-Phasen aktivieren sich automatisch zum Stichtag, ohne manuelle Eingriffe im Shop.
Produktbilder und Medienverwaltung
Farbvarianten-Bilder, Look-Book-Aufnahmen und Detailfotos werden automatisch den richtigen SKUs zugeordnet. Neue Saison-Motive werden bei Kollektionsanlage synchronisiert.
Omnichannel-Bestandslogik
Ein gemeinsamer Bestandspool für Shop, stationäres Geschäft und Marktplätze. Die Middleware verwaltet Reservierungen kanalübergreifend und verhindert Überverkäufe über alle Kanäle hinweg.
Variantenmatrix: Das Herzstück der Mode-Integration
Das zentrale Datenproblem im Modehandel ist die Variantenmatrix. Ein Basis-Style wird im ERP mit Farboptionen und einer Größentabelle angelegt. Die Größentabelle folgt je nach Produktkategorie unterschiedlichen Normierungen: Konfektionsgrößen für Oberbekleidung (XS bis 4XL oder 34 bis 52), Schuhgrößen in EU, UK und US, Ringgrößen in Millimetern oder Hosen mit Taille und Schrittlänge. Diese strukturellen Unterschiede muss die Schnittstelle kennen und korrekt in das Shop-Variantenmodell übersetzen.
Wir implementieren einen Variantenimporter, der die Style-Strukturen aus Ihrem Fashion-ERP liest und in das Variantensystem von Shopware CE überführt. Farbvarianten werden als übergeordnete Gruppenoption angelegt, Größenvarianten als untergeordnete Option. Jede resultierende SKU erhält ihre eigene EAN aus dem ERP, ihre eigene Bestandszahl und, wenn das Preismodell es vorsieht, einen eigenständigen Preis. Produktbilder werden der Farbvariante zugeordnet, damit der Shop beim Farbwechsel automatisch das korrekte Bild anzeigt, ohne erneuten Import-Trigger.
Vom ERP-Style zur Shop-Variantenstruktur
Farbvarianten und Größenraster korrekt abgebildet
Die Schnittstelle überführt die Style-Hierarchie aus dem ERP eins zu eins in die Shopware-Variantenstruktur. Jede Farb-Größe-Kombination ist als eigenständige SKU mit Bestand und EAN im Shop bestellbar. Bild-Zuordnung per Farbcode sorgt für automatisch korrekte Darstellung.
- Basisartikel, Farbvariante und Größe als dreistufige Hierarchie
- EAN je SKU aus ERP synchronisiert, kein manueller Aufwand
- Variantenbilder je Farbcode, automatisch zugeordnet
- Unterschiedliche Größentabellen je Produktkategorie unterstützt
Saisonplanung und Kollektionssteuerung
Die Modebranche lebt von Saisonalität. Zweimal pro Jahr wird ein großer Teil des Sortiments ausgetauscht. Neue Kollektionen werden Wochen vor dem Launch im ERP angelegt und gepflegt, damit Einkauf, Lager und Vertrieb vorbereitet sind. Der Shop soll die neue Kollektion erst zum definierten Launch-Datum zeigen, nicht bereits wenn der Datensatz im ERP angelegt wird. Auslaufartikel sollen bis zur vollständigen Ausverkauf-Phase sichtbar bleiben und dann ohne manuellen Eingriff deaktiviert werden.
Wir implementieren eine Saison-Steuerungsschicht in der Middleware, die Kollektion-Daten und Aktivierungsdaten aus dem ERP liest und den Shop-Import entsprechend steuert. Neue Saison-Artikel werden vorbereitet importiert und im Shop auf "nicht sichtbar" gesetzt, bis das definierte Erscheinungsdatum erreicht ist. Carry-over-Artikel, die von einer Saison in die nächste übernommen werden, behalten ihre Produktseiten und Produktbewertungen. Sale-Artikel erhalten die Preisreduktionen zum definierten Sale-Start automatisch aus dem ERP, ohne dass im Shop manuell eingegriffen werden muss.
Pre-Order und Vorbestellung
Bestandsführung im Modehandel: Stückgenau über alle Kanäle
Im Modehandel ist Bestandsgenauigkeit besonders kritisch, weil die Sortimentstiefe hoch und die Mengen je SKU oft gering sind. Ein Oberteil in Größe S, Farbe Dunkelblau, hat vielleicht nur drei Stück auf Lager. Wenn eine davon in der Filiale verkauft wird, eine im Shop bestellt und eine im Lager reserviert ist, ist die Verfügbarkeit im Shop sofort erschöpft. Die Warenwirtschafts-Anbindung muss diese feingranulare Bestandssituation in Echtzeit reflektieren, da bereits ein einziger Überverkauf Folgekosten durch Stornierung, Rückabwicklung und Kundenkommunikation auslöst.
Wir implementieren Event-basierte Bestandssynchronisation, die auf jede Lagerveränderung sofort reagiert. Wareneingang, Kommissionierung, Filialabgang und Retoure lösen jeweils einen Sync-Trigger aus, der den Shop-Bestand der betroffenen SKU aktualisiert. Eine kanalübergreifende Reservierungslogik blockiert Bestände bereits bei der Warenkorbanlage, nicht erst bei Bestellabschluss. So wird derselbe Bestandspool sicher zwischen Online-Shop, Ladengeschäft und Marktplatzkanälen geteilt, ohne Überverkaufs-Risiko. Für saisonale Spitzenzeiten, wie den Saisonstart oder Sale-Phasen, ist die Synchronisation auf erhöhte Last ausgelegt.
Event-basierter Bestandsabgleich
Jede Lagerbewegung — Wareneingang, Kommissionierung, Filialabgang, Retoure — löst einen Sync-Event aus. Der Shop-Bestand je SKU ist stets aktuell, ohne Batch-Zyklen abzuwarten.
Überverkaufs-Schutz
Bestandsreservierung ab Warenkorb-Erstellung, nicht erst bei Bestellabschluss. Auch bei parallelen Bestellungen für denselben Artikel wird kein Überverkauf möglich.
Omnichannel-Pool-Verwaltung
Ein zentraler Bestandspool für Shop, Filiale und Marktplätze. Die Middleware verteilt Reservierungen kanalgewichtet und informiert bei Engpässen automatisch.
Preismanagement und Sale-Phasen automatisieren
Preismanagement im Modehandel unterscheidet sich durch seine Zeitdimension von anderen Branchen. Ein Artikel hat einen Einstiegspreis zum Kollektionsstart, einen Aktionspreis nach einigen Wochen, einen Sale-Preis zum Ausverkauf und möglicherweise einen Clearance-Preis am Ende der Saison. Diese Preisentwicklung wird im ERP geplant und muss automatisch in den Shop übertragen werden, ohne dass das Redaktionsteam bei jedem Preisschritt manuell eingreift.
Unsere Preis-Middleware liest den Preisplan je Artikel aus dem ERP und synchronisiert Preisänderungen zum definierten Datum. Streichpreise (ehemaliger UVP) werden als Referenzpreis übernommen und korrekt als historischer Vergleichswert dargestellt, im Einklang mit den preisrechtlichen Vorgaben der aktuellen Rechtslage zu Preisangaben und Streichpreisen. Staffelpreise für Händler-B2B-Kanäle, Mengenrabatte und kundengruppenspezifische Konditionen werden gleichzeitig in der richtigen Hierarchie synchronisiert. Über API-Schnittstellen kann die Preissteuerung auch an externe Pricing-Systeme oder Revenue-Management-Tools angebunden werden.
Die typische ERP-Landschaft im Modehandel
Die Modebranche setzt auf spezialisierte ERP-Systeme, die die Branchenstruktur mit Kollektionen, Saisons, Styles und Varianten nativ abbilden. Häufig begegnen uns Systeme wie Microsoft Dynamics 365 in Verbindung mit Fashion-Add-ons, JTL-Wawi mit Varianten-Management-Erweiterungen oder branchenspezifische Lösungen. Für die buchhalterische Anbindung über DATEV ist die Shop-ERP-Integration oft mit einer separaten Belegfluss-Integration kombiniert.
Unabhängig vom eingesetzten ERP-System analysieren wir die verfügbaren Schnittstellen und entwickeln den optimalen Integrationsweg. Moderne Fashion-ERPs bieten REST-APIs mit Varianten-Endpunkten. Ältere Systeme kommunizieren über CSV-Exporte oder proprietäre Flatfile-Formate. Für letztere entwickeln wir Transformer-Komponenten, die das Ausgangsformat in unser einheitliches Integrations-Datenmodell überführen, sodass die Shop-seitige Logik immer mit derselben Schnittstelle kommuniziert, unabhängig davon, was auf der ERP-Seite liegt. Auch die Anbindung von JTL-Warenwirtschaft und Marktplatz-Kanälen lässt sich in diese Architektur einbinden.
Retourenmanagement und Rückfluss-Logistik
Die Modebranchen-Retourenquote liegt im deutschen E-Commerce bei bis zu 50 Prozent (Handelsverband Deutschland) — deutlich höher als in anderen Segmenten. Jede Retoure muss zurück in den Shop-Bestand fließen, wenn die Ware einwandfrei ist, oder als unverkäuflich ausgebucht werden, wenn sie beschädigt ist. Diese Retouren-Logik muss zwischen Shop, ERP und Logistik-Dienstleister synchronisiert sein, damit die Bestandszahlen zu jeder Zeit korrekt sind und keine fälschlicherweise nicht mehr verfügbaren Artikel im Shop gesperrt bleiben.
Unsere Integrations-Middleware implementiert einen Retouren-Workflow, der den Retourenstatus aus dem ERP oder dem Lagerverwaltungssystem liest und den Shop-Bestand entsprechend aktualisiert. Eingehende Retouren, die als neuwertig eingestuft werden, erhöhen den Shop-Bestand automatisch. Beschädigte oder nicht wiederverkäufliche Teile werden ausgebucht ohne Bestandserhöhung. Gutschriften fließen aus dem ERP an den Shop und lösen dort die Kundenbenachrichtigung aus. So bleibt der gesamte Rückfluss transparent und der Bestand korrekt, auch in retourenintensiven Nachsaison-Phasen.
ERP-Analyse und Varianten-Inventar
Wir analysieren Ihre Artikel-Hierarchie im ERP: wie sind Styles, Farben und Größen strukturiert, welche EAN-Systematik wird verwendet, wie sind Kollektionen und Saisons abgebildet. Auf Basis dieser Analyse definieren wir das Mapping auf das Shopware-Variantenmodell.
Passende Leistungen für Mode-Händler
Warenwirtschafts-Anbindung
Vollständige Warenwirtschafts-Integration mit Varianten, Beständen und Preisinformationen aus Ihrem Mode-ERP in den Shop-Betrieb.
Marktplatz-Anbindung
Synchronisation Ihres Bestands über alle Kanäle: Marktplatz-Anbindung für den gemeinsamen Bestandspool aus ERP, Shop und weiteren Kanälen.
Middleware-Entwicklung
Individuelle Middleware-Lösungen für komplexe Mode-Datenflüsse: Variantenmatrix, Saison-Logik, Pre-Order-Phasen und Retourenmanagement.
API-Entwicklung
Maßgeschneiderte API-Schnittstellen für Fashion-ERP-Systeme ohne standardisierte Konnektoren — inklusive Transformer für Flatfile- und CSV-Formate.